Immobilienbewirtschafter · Einstieg · Stand
Immobilienbewirtschafter wirst du über Praxis in der Immobilienwirtschaft und die eidgenössische Berufsprüfung. Eine eigene Lehre «Immobilienbewirtschafter EFZ» gibt es nicht. Dieser Ratgeber zeigt die Zulassungsbedingungen, welche Praxis zählt, wie lange die Ausbildung dauert und wie der Quereinstieg gelingt.
Der Weg im Überblick
- Einstieg in die Branche, zum Beispiel als Assistenz oder Sachbearbeitung in einer Verwaltung.
- Praxisjahre sammeln, bis die Zulassung erfüllt ist.
- Berufsbegleitender Vorbereitungskurs, laut berufsberatung.ch rund 16 Monate in Modulen.
- Berufsprüfung bei der Prüfungskommission (SFPKIW), mit dem Titel Immobilienbewirtschafter/in mit eidg. Fachausweis.
Zulassung zur Berufsprüfung
Laut Wegleitung wird zugelassen, wer einen der folgenden Abschlüsse besitzt und seit dessen Erwerb mindestens drei Jahre hauptberufliche Praxis in einem Beruf der Immobilienwirtschaft nachweist: EFZ einer mindestens dreijährigen Grundbildung, Matura, vom Bund anerkanntes Handelsdiplom, Abschluss einer höheren Fachschule, eidg. Fachausweis oder Diplom, Bachelor oder Master einer Hochschule oder ein gleichwertiger Ausweis.
Ohne einen dieser Abschlüsse genügen fünf Jahre hauptberufliche Praxis in der Immobilienwirtschaft. In beiden Fällen müssen mindestens zwei Jahre in der Schweiz oder in Liechtenstein erworben sein.
Laut den FAQ der SFPKIW zählen ein eidg. Berufsattest (zweijährige Lehre), ein CAS oder ein DAS nicht als Abschluss im Sinne der Zulassung.
Welche Praxis zählt
Hauptberuflich heisst 100 Prozent. Teilzeit wird anteilig angerechnet: 36 Monate zu 50 Prozent ergeben 18 Monate Praxis. Stichtag ist die Prüfung. Über die Anerkennung entscheidet die Prüfungskommission.
- Verwaltung, Kauf und Verkauf von Liegenschaften.
- Vermittlung von Liegenschaften und Finanzierungen.
- Treuhänderische Funktionen in Baubegleitung und Bauherrenbetreuung.
- Expertenfunktionen, zum Beispiel Schätzungen.
- Immobilienberatung und kaufmännische Tätigkeiten im Facility Management.
Quereinstieg ohne Branchenerfahrung
Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist die Praxis der Engpass, nicht der Abschluss. Wer zum Beispiel eine kaufmännische Lehre, eine andere dreijährige Lehre oder eine Matura hat, braucht drei Jahre Praxis in der Immobilienwirtschaft nach diesem Abschluss. Die Jahre in einer fremden Branche zählen nicht.
Ein realistischer Einstieg führt deshalb über eine Stelle als Assistenz, Sachbearbeitung oder Junior in einer Verwaltung, einer Genossenschaft oder einer Gemeinde. Ein Sachbearbeiter-Lehrgang kann dir dabei Grundwissen in Mietrecht und Bewirtschaftung geben. Er ist kein eidgenössischer Abschluss und ersetzt die geforderte Praxis nicht.
Lehre in der Branche
Für Schulabgängerinnen und Schulabgänger gibt es die dreijährige kaufmännische Grundbildung Kauffrau/Kaufmann EFZ in der Branche Treuhand/Immobilien. Nach dem EFZ zählt die Praxis in der Immobilienwirtschaft für die spätere Zulassung zur Berufsprüfung, die Lehrzeit selbst jedoch nicht.
Zulassung vorab klären
Bist du unsicher, ob deine Praxis anerkannt wird, kannst du laut SFPKIW ein vorzeitiges Zulassungsgesuch stellen, bevor du einen Kurs buchst. Dafür brauchst du Lebenslauf, Bildungsabschlüsse und Arbeitszeugnisse mit konkretem Tätigkeitsbeschrieb. Selbständige legen zum Beispiel einen Handelsregisterauszug und Referenzen bei. Telefonisch werden keine Zulassungen erteilt.
Das lohnt sich besonders, wenn du Teilzeit gearbeitet hast, im Ausland tätig warst oder deine Stelle nur teilweise in der Immobilienwirtschaft lag. Die SFPKIW stellt zudem eine Liste der anerkannten Tätigkeiten bereit. Gleiche deine Arbeitszeugnisse damit ab und achte darauf, dass die Zeugnisse deine Aufgaben konkret beschreiben, zum Beispiel Vermietung, Mietzinsanpassungen oder Nebenkostenabrechnungen.
Online oder vor Ort?
Ob ein Vorbereitungskurs online, vor Ort oder gemischt stattfindet, entscheidet der Anbieter. Die Prüfung selbst findet auf Papier und vor Ort statt: 2027 schriftlich an der Messe Zürich und mündlich im Hotel Radisson Blu am Flughafen Zürich. Für den Bundesbeitrag muss der Kurs auf der Meldeliste des SBFI stehen. Was das alles kostet: Kosten und Prüfungsgebühr. Was dich im Job erwartet: Aufgaben und Berufsbild. Überblick: Hauptratgeber Immobilienbewirtschafter.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Wie wird man Immobilienbewirtschafter?
Über Praxis in der Immobilienwirtschaft und die eidgenössische Berufsprüfung, meist mit einem berufsbegleitenden Vorbereitungskurs.
Gibt es eine Lehre als Immobilienbewirtschafter EFZ?
Nein. Der Einstieg über eine Lehre läuft zum Beispiel über Kauffrau/Kaufmann EFZ in der Branche Treuhand/Immobilien.
Wie viel Praxis brauche ich?
Mit EFZ, Matura oder gleichwertigem Abschluss drei Jahre in der Immobilienwirtschaft, ohne Abschluss fünf Jahre. Zwei Jahre davon in der Schweiz oder Liechtenstein.
Geht es als Quereinsteiger ohne Erfahrung?
Direkt zur Prüfung nicht. Du brauchst zuerst Praxis in der Branche, zum Beispiel als Assistenz oder Sachbearbeitung.
Wie lange dauert die Ausbildung?
berufsberatung.ch nennt rund 16 Monate berufsbegleitend in Modulen, dazu kommt die nötige Praxiszeit.
Zählt Teilzeitarbeit als Praxis?
Ja, aber nur anteilig. 36 Monate zu 50 Prozent ergeben 18 Monate anrechenbare Praxis.
Quellen und weiterführende Links
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