Immobilienbewirtschafter/in (IMMO): 23 kostenlose Übungsfragen

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Die Auswahl stammt aus unseren Ratgebern und aus dem Gratis-Test. Fragen, Antworten und Erklärungen sind auf Deutsch.

Frage 1 · Immobilienbewirtschafter · Prüfung

Wie lange darf die Erstreckung eines Mietverhältnisses über Wohnräume gesetzlich insgesamt höchstens dauern?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Insgesamt höchstens vier Jahre, die sich in eine oder zwei Erstreckungen aufteilen lassen.

Art. 272b OR begrenzt die Erstreckung bei Wohnräumen auf vier, bei Geschäftsräumen auf sechs Jahre.

Hintergrund und Quellen: Immobilienbewirtschafter/in mit eidg. Fachausweis: Prüfung, Zulassung, Kosten · Stand: 08.11.2026

Frage 2 · Immobilienbewirtschafter · Prüfung

Die Verwaltung teilt einer Mieterin eine Erhöhung mit und schreibt auf dem Formular: «Bei Nichteinverständnis droht die Kündigung.» Welche Folge hat das?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Die Erhöhung ist nichtig, weil sie mit einer Kündigungsandrohung verbunden ist.

Nach Art. 269d OR macht die Verbindung mit einer Kündigungsandrohung die Erhöhung nichtig, nicht bloss aufgeschoben. Auch Untätigkeit der Mieterin heilt das nicht.

Hintergrund und Quellen: Immobilienbewirtschafter/in mit eidg. Fachausweis: Prüfung, Zulassung, Kosten · Stand: 08.11.2026

Frage 3 · Immobilienbewirtschafter · Prüfung

Die Gemeinschaft «Lindenhof» in Thun (sechs Einheiten) saniert das Dach für CHF 48'000. Das Reglement enthält keine besondere Regelung zur Kostenverteilung. Nach welchem Schlüssel verteilt der Verwalter die Kosten gesetzlich?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Nach dem Verhältnis der Wertquoten, weil es sich um Kosten eines gemeinschaftlichen Gebäudeteils handelt

Die Kosten für Unterhalt und Erneuerung gemeinschaftlicher Teile tragen die Stockwerkeigentümer im Verhältnis ihrer Wertquoten, sofern nichts anderes vereinbart ist (Art. 712h ZGB).

Hintergrund und Quellen: Immobilienbewirtschafter/in mit eidg. Fachausweis: Prüfung, Zulassung, Kosten · Stand: 08.11.2026

Frage 4 · Nebenkosten, Heizkosten

Welche der folgenden Positionen darf die Verwaltung bei entsprechender Vereinbarung im Mietvertrag als Nebenkosten abrechnen?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Die Treppenhausreinigung durch eine beauftragte Reinigungsfirma, soweit die tatsächlichen Kosten belegt sind.

Nebenkosten sind Aufwendungen für Leistungen, die mit dem Gebrauch der Mietsache zusammenhängen (Art. 257b OR); Reinigung des Treppenhauses gehört dazu.

Frage 5 · Gemeinschaftsteile, Wertquoten

Der Verwalter der Gemeinschaft «Hangweg 5» in Liestal kontrolliert den Aufteilungsplan mit sieben Einheiten und deren Wertquoten. Welche Gesamtsumme müssen die Wertquoten aller Einheiten zusammen ergeben?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Das ganze Gebäude, also 100 % beziehungsweise 1000 ‰, weil die Quoten den Wert aller Einheiten im Verhältnis abbilden

Die Wertquote gibt an, welchen Bruchteil des Werts der Liegenschaft eine Einheit ausmacht. Alle Quoten zusammen ergeben das Ganze, also 100 % oder 1000 ‰ (Art. 712e ZGB).

Frage 6 · Verwaltungsauftrag, Pflichten

Nachts meldet eine Mieterin in der Liegenschaft «Steinbock» in Davos einen Rohrbruch im Keller. Die Eigentümerin ist nicht erreichbar. Was tut die Verwaltung?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Sie veranlasst unverzüglich die notwendigen Sofortmassnahmen durch einen Notdienst und informiert die Eigentümerin anschliessend

In dringenden Fällen darf und muss die Verwaltung Sofortmassnahmen treffen und danach informieren.

Frage 7 · Baukonstruktion, Gebäudehülle

In einem Altbau von 1955 in Winterthur werden alle Fenster durch dichte Isolierglasfenster ersetzt. Bald treten Schimmelflecken in den Raumecken auf. Was ist die wahrscheinlichste Erklärung?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Die neuen Fenster sind luftdicht, die Feuchte entweicht nicht mehr über Fugen und kondensiert an kalten Wandflächen

Mit dem Fensterersatz sinkt der unkontrollierte Luftwechsel. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten oder Lüftungskonzept steigt die Raumfeuchte und die Wärmebrücken werden zum Schwachpunkt.

Frage 8 · Mitarbeitergespräche

Wie sollte eine Zielvereinbarung im Mitarbeitergespräch nach der SMART-Regel formuliert sein?

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Richtige Antwort: Spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert

SMART steht für spezifisch, messbar, attraktiv (akzeptiert), realistisch und terminiert. Nur so lässt sich später überprüfen, ob das Ziel erreicht wurde.

Frage 9 · Hypotheken, Finanzierung

Welches Grundpfandrecht wird bei der Finanzierung von Liegenschaften in der Schweiz heute am häufigsten verwendet?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Der Schuldbrief, der eine Forderung verbrieft und auf dem Grundstück lastet

Der Schuldbrief ist das gebräuchliche Grundpfand für Hypotheken. Er sichert Forderungen durch Pfand am Grundstück und lässt sich im Grundbuch eintragen.

Frage 10 · Haftung des Verwalters

Die Verwalterin Frau Sutter vertraut einem neu eingestellten Praktikanten die Fristenkontrolle an, ohne ihn einzuführen. Er versäumt eine Frist, die Eigentümerin erleidet einen Schaden. Wie haftet die Verwalterin?

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Richtige Antwort: Für das Handeln der Hilfsperson wie für eigenes Handeln, weil sie ihre Pflichten durch Hilfspersonen erfüllt

Wer Hilfspersonen beizieht, haftet für deren Handlungen wie für eigene.

Frage 11 · Kündigung, Fristen, Erstreckung

Der befristete Mietvertrag von Herrn Roth läuft am 31.12.2026 aus. Er möchte eine Erstreckung. Wie früh muss er das Begehren stellen?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Spätestens 60 Tage vor Ablauf der Vertragsdauer bei der Schlichtungsbehörde.

Zutreffend ist: Spätestens 60 Tage vor Ablauf der Vertragsdauer bei der Schlichtungsbehörde. Massgebend: OR Art. 273. Nach Ablauf wäre das Begehren verspätet. Zehn Tage reichen nicht; es sind 60.

Frage 12 · Verwaltung, Haftung

Herr Vetter in der Gemeinschaft «Kronenhof» in Zofingen spielt jeden Abend bis 23.30 Uhr laut Schlagzeug. Die Nachbarin beschwert sich beim Verwalter, die Hausordnung sieht Ruhezeiten ab 22.00 Uhr vor. Welche Rechtsgrundlagen stehen der Nachbarin zur Verfügung?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Die Hausordnung regelt Ruhezeiten, und das Nachbarrecht erlaubt der Nachbarin, Unterlassung übermässiger Einwirkungen zu verlangen

Jeder Grundeigentümer muss sich bei der Ausübung seines Eigentums übermässiger Einwirkungen enthalten (Art. 684 ZGB). Hausordnung und Reglement konkretisieren Ruhezeiten.

Frage 13 · Nebenkostenabrechnung

Herr Vogt aus der Liegenschaft «Riedweg» in Zug möchte die Originalbelege der Nebenkostenabrechnung prüfen. Wie reagiert die Verwaltung?

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Richtige Antwort: Sie gewährt Einsicht in die Belege, in der Regel in den Räumen der Verwaltung oder in Kopie auf Wunsch

Der Mieter kann die Belege der Nebenkostenabrechnung einsehen. Die Verwaltung gewährt diese Einsicht, damit er die Kosten prüfen kann.

Frage 14 · Bauschäden, Feuchtigkeit, Schimmel

Ein Mieter in der Liegenschaft «Hofmatt» in Burgdorf bestreitet, dass Schimmel in seinem Schlafzimmer von seinem Lüftungsverhalten stammt. Welcher Schritt der Verwaltung klärt die Ursache am objektivsten?

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Richtige Antwort: Ein Datenlogger misst während zwei Wochen Temperatur und relative Feuchte; die Werte werden mit den Oberflächentemperaturen verglichen

Zeitlich verlaufende Messungen der Raumluft und der Wandoberflächentemperaturen zeigen, ob Nutzung oder Bauphysik für die Feuchte massgebend ist. Erst mit Daten lassen sich Massnahmen und Zuständigkeit sauber begründen.

Frage 15 · Führungsstile, Delegation

Ein neuer Hauswart ist fachlich stark, kennt aber die Abläufe der Verwaltung noch nicht und ist unsicher. Welches Führungsverhalten ist nach dem situativen Führungsmodell zunächst am passendsten?

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Richtige Antwort: Anleiten: klare Anweisungen geben, Aufgaben eng führen und Fortschritte regelmässig besprechen

Bei geringer Reife bezüglich der Abläufe (hohe Aufgabenorientierung nötig) ist Anleiten sinnvoll. Mit wachsender Sicherheit wird der Führungsstil schrittweise zurückgenommen.

Frage 16 · Grundstückgewinn

Wie wird der steuerbare Grundstückgewinn grundsätzlich ermittelt?

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Richtige Antwort: Veräusserungserlös abzüglich der Anlagekosten, bestehend aus Erwerbspreis und wertvermehrenden Aufwendungen samt Nebenkosten

Der Grundstückgewinn ist die Differenz zwischen Erlös und Anlagekosten. Die Höhe des Steuersatzes und Besitzdauerabzüge regeln die Kantone.

Frage 17 · Gebäude- und Haftpflichtversicherung

Ein Mieter hat keine Privathaftpflichtversicherung und beschädigt beim Umzug das Treppenhaus fahrlässig. Wen kann die Eigentümerin primär belangen?

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Richtige Antwort: Den Mieter persönlich, weil er für den verursachten Schaden haftet; die Gebäudeversicherung kann für Gebäudeschäden eintreten, mit Rückgriff

Der Verursacher haftet persönlich; Versicherungen decken je nach Police.

Frage 18 · Schlichtungsverfahren

In welcher Form kann ein Gesuch an die Schlichtungsbehörde in Mietsachen grundsätzlich eingereicht werden?

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Richtige Antwort: Schriftlich oder mündlich zu Protokoll, ohne besondere Förmlichkeiten.

Das Verfahren wird durch ein formloses Gesuch eingeleitet, das schriftlich oder mündlich zu Protokoll erfolgen kann (Art. 202 ZPO).

Frage 19 · Verwaltung, Haftung

Der Verwalter der Gemeinschaft «Hangstrasse 9» in Zug schliesst einen Wartungsvertrag mit einem befreundeten Unternehmer ab, ohne Konkurrenzofferten, zu einem Preis klar über dem Markt. Die Eigentümer entdecken dies erst nach zwei Jahren. Wie ist die Rechtslage?

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Richtige Antwort: Der Verwalter kann wegen Verletzung seiner Sorgfalts- und Treuepflicht haften; die Gemeinschaft kann Schadenersatz prüfen und den Vertrag überprüfen

Der Verwalter haftet für getreue und sorgfältige Ausführung des Auftrags; Interessenkonflikte sind offenzulegen.

Frage 20 · Nebenkostenabrechnung

Die Nebenkostenabrechnung 2022 für die Wohnung von Herrn Moser in Thun wurde erst Ende 2025 verschickt. Er verweigert die Nachzahlung, weil die Abrechnung «viel zu spät» sei. Wie ist die Rechtslage?

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Richtige Antwort: Die Forderung besteht weiter und verjährt erst nach fünf Jahren; die Verspätung allein beseitigt sie nicht

Mietzinse und Nebenkosten verjähren in fünf Jahren (Art. 128 OR); der Zeitablauf allein beseitigt den Anspruch nicht.

Frage 21 · Baukonstruktion, Gebäudehülle

In einem Holzbalkendeckenhaus von 1925 in Biel beklagen sich Mietende über starken Trittschall. Welche bauliche Verbesserung ist grundsätzlich wirksam?

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Richtige Antwort: Ein schwimmender Bodenaufbau mit Trittschalldämmung und zusätzlicher Masse auf der Decke

Holzbalkendecken übertragen Trittschall stark. Wirksam sind entkoppelte Bodenaufbauten mit zusätzlicher Masse.

Frage 22 · Mitarbeitergespräche

Herr Kaiser führt ein Lohngespräch mit Frau Berger, die eine Lohnerhöhung wünscht. Welches Vorgehen zeigt eine vorbereitete, faire Gesprächsführung?

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Richtige Antwort: Leistungen und Marktvergleich offenlegen, den Spielraum klären und die Entscheidung mit Begründung und Termin mitteilen

Im Lohngespräch sind Leistungsbeurteilung, Vergleich, Budgetspielraum und eine nachvollziehbare Entscheidung zentral.

Frage 23 · Kalkulation, Rendite

Ein Investor erhöht bei gleichem Objekt den Anteil Fremdkapital, der Zins liegt unter der Nettorendite der Liegenschaft. Was geschieht mit der Eigenkapitalrendite?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Sie steigt, weil der Hebel des Fremdkapitals den Ertrag auf das eingesetzte Eigenkapital erhöht, solange die Nettorendite über dem Zins liegt

Der Leverage-Effekt (Hebel) erhöht die Eigenkapitalrendite, solange die Gesamtrendite den Fremdkapitalzins übersteigt; bei steigenden Zinsen kehrt er sich um.

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