Immobilienbewirtschafter · Prüfungsvorbereitung · Stand
Die Wegleitung zur Berufsprüfung Immobilienbewirtschaftung legt verbindlich fest, was geprüft wird. Zusammen mit den Prüfungsbüchern der letzten drei Jahre und der Hilfsmittelliste ist sie die wichtigste Grundlage für deine Vorbereitung. Hier erfährst du, wer die Prüfung durchführt, was in den Dokumenten steht und wie du sie nutzt.
Wer die Prüfung durchführt
Trägerschaft der Berufsprüfung ist der Schweizerische Verband der Immobilienwirtschaft SVIT. Durchgeführt wird sie von der Prüfungskommission Immobilienbewirtschaftung unter dem Dach der Schweizerischen Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft (SFPKIW) mit Sitz in Zürich. Für die Romandie gibt es eine Geschäftsstelle in Lausanne. Auf sfpkiw.ch findest du Termine, Anmeldung, Prüfungsordnung, Wegleitung, Hilfsmittelliste und Prüfungsbücher.
Was in der Wegleitung steht
- Ziel der Prüfung, Berufsbild und Laufbahnmodell der Immobilienbranche.
- Zulassungsbedingungen und welche Berufspraxis anerkannt wird.
- Prüfungsstruktur: Recht 2 Stunden, Bauliche Kenntnisse 1,5 Stunden, Personalführung 1,5 Stunden, Immobilienbewirtschaftung schriftlich 8 Stunden und mündlich 45 Minuten, total 13,75 Stunden.
- Die Prüfungsinhalte als Lernziele, zum Beispiel ZGB, OR, ZPO und Steuern im Teil Recht oder Bewirtschaftung von Mietliegenschaften und Reporting im Teil Bewirtschaftung.
Wichtig: Laut Wegleitung sind die Aufzählungen der Prüfungsziele abschliessend. Weitere Themen werden nicht geprüft. Nutze sie deshalb als Checkliste.
Die mündliche Prüfung laut Wegleitung
Die mündliche Prüfung dient in erster Linie der Überprüfung der Sozial- und Methodenkompetenz und erst in zweiter Linie der Fachkompetenz. Du erhältst einen Praxisfall, der Gegenstand des anschliessenden Gesprächs ist. Bewertet wird mit einem Raster der Prüfungskommission. Die SFPKIW publiziert dieses Bewertungsraster und ein Beispiel für den mündlichen Teil auf der Seite der Prüfungsbücher. Mehr: Die grosse schriftliche und die mündliche Prüfung.
Prüfungsbücher: alte Prüfungen ohne Lösungen
Unter «Download Prüfungsbücher» veröffentlicht die SFPKIW jeweils die drei letzten durchgeführten Prüfungsjahre, für die Bewirtschaftung derzeit 2024, 2025 und 2026. Die Lösungen werden laut SFPKIW gemäss Empfehlung des SBFI nicht mehr publiziert.
Das ist kein Nachteil, wenn du richtig damit arbeitest: Löse eine Aufgabe unter Zeitdruck, suche dann selbst die Rechtsgrundlage im Gesetz und vergleiche deine Lösung mit einer Lerngruppe oder im Kurs.
Hilfsmittel an der Prüfung
- Taschenrechner: für alle Berufsprüfungen der SFPKIW nur das Modell TI-30X IIB, gerne in mehreren Exemplaren.
- Gesetzestexte: nur amtliche Ausgaben des Bundes. Für alle Berufsprüfungen sind ZGB, OR, SchKG, ZPO, VMWG, MWSTG, BewG, BewV, GBV, PartG, RPG, USG und VVG zugelassen.
- Markieren mit Leuchtstift ist erlaubt. Persönliche Notizen und Kommentare in den Gesetzen sind verboten.
- Beschriftete Reiter bis 12 x 43,5 mm mit Schlagwörtern und Artikelnummern sind erlaubt, wenn sie sich auf den Artikel beziehen.
- Finanzmathematische Tabellen stellt die Prüfungskommission bei Bedarf zur Verfügung.
- Für die Bewirtschaftung: Lineal oder Massstab von mindestens 10 cm.
Die Hilfsmittelliste gilt seit dem 1. April 2024. Prüfe vor der Prüfung, ob eine neuere Version publiziert ist.
So arbeitest du mit der Wegleitung
- Drucke die Lernziele deines Prüfungsteils aus und hake jedes Ziel ab, wenn du es erklären und anwenden kannst.
- Ordne jedem Lernziel die passenden Gesetzesartikel zu und markiere sie in deinen Gesetzestexten.
- Prüfe nach jeder Prüfungsbuch-Aufgabe, welche Lernziele sie abdeckt. So siehst du, welche Ziele häufig vorkommen.
- Lerne die Ziele, die du im Berufsalltag selten brauchst, bewusst früh, zum Beispiel Personalführung oder Baurecht.
Typische Fehler mit den Unterlagen
- Nur Kursunterlagen lernen und die Lernziele der Wegleitung nie abhaken.
- Gesetzestexte mit Notizen vollschreiben, die an der Prüfung nicht erlaubt sind.
- Mit einem anderen Taschenrechner üben als dem TI-30X IIB.
- Prüfungsbücher erst in der letzten Woche anschauen.
- Das Rollenspiel nur im Kopf durchgehen statt laut üben.
Übungsfragen und nächste Schritte
Die drei Fragen unten stammen aus unserem Fragenpool zu Mietrecht und Vertragsrecht. Sie helfen beim Grundwissen, ersetzen aber nicht das Schreiben ganzer Fallaufgaben. Einen Wochenplan findest du in Lernplan und typische Fehler. Wie viele bestehen: Durchfallquote und Erfolgsquote. Überblick: Hauptratgeber Immobilienbewirtschafter.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Selbsttest
Beantworte die Fragen im Kopf und öffne dann die Lösung.
Aufgabe 1
Eine Vermieterin vermietet einen möblierten Wohnraum. Mit welcher Frist kann sie nach der gesetzlichen Regel kündigen?
- Mit sechs Monaten auf Ende eines Kalenderjahres.
- Mit einer Frist von zwei Wochen auf das Ende einer dreimonatigen Mietdauer.
- Mit drei Monaten auf einen ortsüblichen Termin.
- Mit 30 Tagen auf Ende eines Monats.
Lösung anzeigen
Richtig: B. Für möblierte Zimmer gilt nach Art. 266e OR eine Frist von zwei Wochen auf das Ende einer dreimonatigen Mietdauer. Drei Monate gelten für unmöblierte Wohnungen.
Aufgabe 2
Eine Verwalterin soll nach Auftragsrecht tätig werden. Was schuldet sie der Eigentümerin grundsätzlich?
- Den Eintritt des vereinbarten Erfolgs, weil sie sonst ihre Verwaltungsleistung nicht erfüllt hat
- Eine Garantie für sämtliche Mietzinseingänge, weil sie das wirtschaftliche Risiko der Liegenschaft trägt
- Die Leistung eines abgeschlossenen Werks mit Gewährleistung für Mängel an den ausgeführten Arbeiten
- Eine sorgfältige und getreue Besorgung des Auftrags, nicht aber einen bestimmten Erfolg
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Richtig: D. Beim Auftrag haftet die Beauftragte für sorgfältige Ausführung, nicht für den Erfolg.
Aufgabe 3
Eine Mieterin verlangt Rückzahlung von Nebenkosten-Akonti aus Jahren, die schon mehrere Jahre zurückliegen. Welche Frist ist nach der Praxis zu beachten?
- Ein Jahr ab Abrechnungsdatum, danach ist jede Forderung verwirkt, so wie es in älteren Vertragsvorlagen häufig vorgesehen war.
- Zehn Jahre, wie bei allgemeinen Vertragsforderungen, wie es in der Verwaltungspraxis oft angenommen wird.
- Fünf Jahre Verjährung für periodische Leistungen wie Mietzinse und Nebenkosten.
- Es gibt keine Frist, solange der Mietvertrag läuft, unabhängig von der konkreten Ausgestaltung des Vertrags.
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Richtig: C. Nach Art. 128 OR verjähren periodische Leistungen wie Mietzinse und Nebenkosten in fünf Jahren, nicht in zehn.
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Häufige Fragen
Wo finde ich die Wegleitung Immobilienbewirtschaftung?
Auf sfpkiw.ch auf der Seite der Berufsprüfung Bewirtschaftung, zusammen mit der Prüfungsordnung.
Wer ist die Prüfungskommission?
Die Prüfungskommission Immobilienbewirtschaftung der SFPKIW in Zürich. Trägerschaft ist der SVIT.
Gibt es alte Prüfungen zum Üben?
Ja, die SFPKIW publiziert die Prüfungsbücher der drei letzten Jahre, allerdings ohne Lösungen.
Welcher Taschenrechner ist erlaubt?
Nur der TI-30X IIB von Texas Instruments.
Darf ich in den Gesetzestexten Notizen machen?
Nein. Erlaubt sind Markierungen mit Leuchtstift und beschriftete Reiter mit Schlagwörtern und Artikelnummern.
Quellen und weiterführende Links
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