Marketingfachmann Lohn: Was der eidg. Fachausweis bringt

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Marketingfachleute · Lohn · Stand

Der Lohn als Marketingfachmann oder Marketingfachfrau hängt weniger vom Titel allein ab als von Funktion, Branche, Region und Erfahrung. Eine offizielle Lohnstatistik nur für Personen mit diesem Fachausweis gibt es nicht. Dieser Beitrag zeigt dir, welche neutralen Zahlen es gibt, wie du sie liest und wie du deinen eigenen Marktwert realistisch einschätzt.

Gibt es einen offiziellen Lohn für Marketingfachleute?

Nein. Für Abschlüsse der höheren Berufsbildung gibt es keinen vorgeschriebenen Mindestlohn und keine offizielle Lohntabelle pro Fachausweis. Weder die Prüfungsträgerschaft noch das SBFI veröffentlichen Lohnzahlen für Marketingfachleute.

Zahlen aus Stellenportalen oder Lohnvergleichsseiten beruhen meist auf freiwilligen Angaben und sind nicht repräsentativ. Verlässlicher sind die Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE). Sie wird alle zwei Jahre bei Unternehmen erhoben und zeigt Medianlöhne, also den Wert, bei dem die Hälfte mehr und die Hälfte weniger verdient.

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Was die Lohnstrukturerhebung 2024 zeigt

Die LSE 2024 unterscheidet nach höchster Ausbildung und nach Funktion. Die Kategorie «Höhere Berufsausbildung» umfasst Abschlüsse der höheren Berufsbildung, zu denen auch der eidgenössische Fachausweis gehört. Die Werte gelten für die ganze Wirtschaft, nicht nur für das Marketing.

Medianlohn brutto pro Monat, 100 %-Stelle, Gesamtwirtschaft (BFS, LSE 2024)
AusbildungOberes und mittleres KaderOhne Kaderfunktion
Höhere BerufsausbildungCHF 10'489CHF 7'849
Berufsausbildung (EFZ)CHF 8'252CHF 6'162
FachhochschuleCHF 11'701CHF 8'342

Der Medianlohn über alle Arbeitnehmenden lag 2024 bei CHF 7'024 brutto pro Monat für eine Vollzeitstelle. Die Werte sind keine Lohnempfehlung für Marketingfachleute, sondern eine neutrale Orientierung.

So liest du die Zahlen richtig

Der Unterschied zwischen EFZ und höherer Berufsausbildung ist in der Statistik deutlich. Das heisst aber nicht, dass der Fachausweis automatisch einen bestimmten Lohnsprung auslöst. Der höhere Lohn entsteht vor allem, weil Personen mit höherer Berufsbildung häufiger anspruchsvollere Funktionen übernehmen.

Entscheidend ist deshalb die Frage, welche Aufgaben du nach dem Abschluss übernimmst. Wer weiterhin dieselbe Stelle mit denselben Aufgaben hat, sollte den Fachausweis als Argument im nächsten Lohngespräch nutzen, aber nicht mit einer automatischen Erhöhung rechnen.

Die wichtigsten Lohnfaktoren im Marketing

  • Funktion und Verantwortung: Marketingassistenz, Projektleitung, Produktmanagement oder Teamleitung unterscheiden sich stark.
  • Budget- und Personalverantwortung: Wer ein Budget steuert oder Mitarbeitende führt, verdient in der Regel mehr.
  • Branche: Laut LSE 2024 reichen die Medianlöhne der Branchen von CHF 4'744 in der Gastronomie bis über CHF 10'000 bei Banken und in der Pharmaindustrie.
  • Region: Der Median lag 2024 in der Grossregion Zürich bei CHF 7'502, im Tessin bei CHF 5'708.
  • Unternehmensgrösse und Erfahrung: Dienstjahre und Grösse des Arbeitgebers wirken sich ebenfalls aus.

Deinen Lohn einschätzen mit Salarium

Das BFS stellt mit Salarium einen statistischen Lohnrechner bereit. Du gibst Merkmale wie Region, Branche, Berufsgruppe, Alter, Ausbildung und berufliche Stellung ein und erhältst einen Medianlohn mit Streuung. Für Marketingfachleute wählst du die passende Berufsgruppe und als Ausbildung die höhere Berufsbildung.

Rechne zwei Varianten: einmal mit deiner heutigen Funktion und einmal mit der Funktion, die du nach dem Abschluss anstrebst. Die Differenz zeigt dir, welchen Effekt ein Rollenwechsel haben kann.

Lohngespräch nach dem Fachausweis

Ein Lohngespräch überzeugt, wenn du mit Leistung und Verantwortung argumentierst, nicht nur mit dem Titel.

  • Zeige, welche neuen Aufgaben du übernimmst, zum Beispiel ein eigenes Budget oder eine Kampagne von der Planung bis zur Erfolgskontrolle.
  • Belege Ergebnisse mit Kennzahlen, etwa mit Zahlen aus Marketing-Kennzahlen wie ROAS und Reichweite.
  • Bring eine neutrale Vergleichszahl aus Salarium mit.
  • Plane das Gespräch für den Zeitpunkt nach der Diplomfeier oder vor der jährlichen Lohnrunde.

Rechnet sich der Fachausweis?

Den Kosten für Kurs und Prüfungsgebühr (CHF 2'500 für die Prüfung 2027) steht der Bundesbeitrag gegenüber: Der Bund erstattet nach der Prüfung 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren, höchstens CHF 9'500. Details findest du unter Bundesbeiträge für den Vorbereitungskurs.

Ob sich der Abschluss finanziell lohnt, hängt davon ab, ob du die neue Kompetenz in eine Funktion mit mehr Verantwortung umsetzt. Welche Rollen das sein können, zeigt Jobs und Karriere mit dem Fachausweis. Wie du zur Prüfung kommst, erklärt Marketingfachleute: Prüfung, Zulassung, Kosten.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Marketingfachmann mit eidg. Fachausweis?

Eine offizielle Zahl nur für diesen Abschluss gibt es nicht. Die LSE 2024 des BFS zeigt für die höhere Berufsausbildung einen Medianlohn von CHF 7'849 ohne Kaderfunktion und CHF 10'489 im mittleren und oberen Kader, über alle Branchen.

Bekomme ich nach dem Fachausweis automatisch mehr Lohn?

Nein. Einen Anspruch gibt es nicht. Der Lohn steigt meist dann, wenn du mehr Verantwortung übernimmst.

Verdienen Marketingfachfrauen gleich viel?

Für gleiche Arbeit gilt gleicher Lohn. Die LSE 2024 zeigt über alle Berufe aber einen Unterschied im Median von 8,4 Prozent zwischen Männern und Frauen.

Wo finde ich verlässliche Lohnzahlen?

Beim Bundesamt für Statistik: Lohnstrukturerhebung und Lohnrechner Salarium.

Welche Rolle spielt die Region?

Eine grosse. 2024 lag der Median in der Grossregion Zürich bei CHF 7'502 und im Tessin bei CHF 5'708 (alle Berufe).

Quellen und weiterführende Links

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