Treuhand · Weiterbildung · Stand
Die Weiterbildung als Treuhänder mit eidg. Fachausweis führt am direktesten zur höheren Fachprüfung als diplomierte Treuhandexpertin oder diplomierter Treuhandexperte. Dazu kommen Fragen zum Titel: Wie heisst der Fachausweis auf Englisch, und was bedeutet Professional Bachelor? Dieser Ratgeber beantwortet beides.
Der nächste Schritt: Treuhandexperte mit eidg. Diplom
Die höhere Fachprüfung für Treuhandexperten wird von der gleichen Trägerorganisation durchgeführt wie die Berufsprüfung. Wer sie besteht, erhält ein eidgenössisches Diplom und darf den geschützten Titel diplomierte Treuhandexpertin oder diplomierter Treuhandexperte führen.
Treuhandexpertinnen und -experten übernehmen laut Berufsbild der Trägerschaft anspruchsvolle Aufgaben im ganzen Treuhandwesen: Konsolidierungen, komplexe Steuerberatung, Ehe- und Erbrecht, eingeschränkte und ordentliche Revision, Unternehmensbewertung, Gründungen, Umstrukturierungen, Sanierungen und Liquidationen.
Zulassung zur Treuhandexperten-Prüfung
Nach der geltenden Prüfungsordnung der Treuhandexperten (Ziff. 3.31) wird zur Abschlussprüfung zugelassen, wer:
- einen Fachausweis, ein Diplom einer höheren Fachprüfung, einen Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder höheren Fachschule oder einen gleichwertigen Ausweis besitzt,
- danach mindestens drei Jahre qualifizierte Fachpraxis erworben hat (bis 31. Mai des Prüfungsjahres, in der Schweiz oder in Liechtenstein),
- keinen berufsbezogenen Eintrag im Zentralstrafregister hat,
- die erforderlichen Modulabschlüsse vorweist: Rechtspraxis, Rechnungswesen und Finanzierung, Unternehmensführung, Steuerrecht, Revision Grundlagen sowie Treuhand- und Wirtschaftsberatung Grundlagen.
Als qualifizierte Fachpraxis gelten kundenbezogene Tätigkeiten in Treuhand und Wirtschaftsberatung, Rechnungswesen und Finanzierung, Steuerrecht, Revision und Rechtspraxis (Ziff. 3.32). Sie zählt erst ab Erwerb des Ausweises.
Aufbau der Abschlussprüfung
| Prüfungsteil | Form | Dauer | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Fallstudie | schriftlich | 480 Minuten | dreifach |
| Revision | schriftlich | 120 Minuten | einfach |
| Treuhand und Wirtschaftsberatung | mündlich | 45 Minuten | einfach |
Für 2027 läuft die Anmeldung laut treuhandbranche.ch vom 11. Januar bis 7. Februar 2027, die Prüfungsgebühr beträgt CHF 2'500 plus CHF 100 für Diplomfeier und Akteneinsicht.
Bundesbeitrag für die höhere Fachprüfung
Auch Vorbereitungskurse auf eine höhere Fachprüfung werden vom Bund unterstützt: 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren, höchstens CHF 10'500 (SBFI). Der Beitrag wird nach dem Ablegen der Prüfung ausbezahlt. Mehr dazu in Bundesbeiträge für Vorbereitungskurse und zum Unterschied der Stufen in Berufsprüfung oder höhere Fachprüfung.
Titel auf Englisch
Laut Prüfungsordnung 2027 (Ziff. 7.12) lauten die geschützten Titel:
- Fachfrau / Fachmann in Treuhand und Beratung mit eidgenössischem Fachausweis
- Spécialiste en fiduciaire et en conseil avec brevet fédéral
- Specialista in attività fiduciaria e in consulenza con attestato professionale federale
- Englische Übersetzung: Specialist in fiduciary and consulting, Federal Diploma of Higher Education
Für den Treuhandexperten nennt die Trägerschaft als englische Bezeichnung: Certified Fiduciary, Advanced Federal Diploma of Higher Education. Für Bewerbungen im Ausland hilft es, neben der Übersetzung kurz zu erklären, dass es sich um einen eidgenössisch anerkannten Abschluss der höheren Berufsbildung handelt.
Titelzusatz Professional Bachelor
Seit dem 1. Oktober 2026 dürfen Inhaberinnen und Inhaber eines eidgenössischen Fachausweises den Titelzusatz «Professional Bachelor» führen, Inhaber eines eidgenössischen Diploms den Zusatz «Professional Master». Das gilt laut SBFI unabhängig vom Abschlussjahr, also auch für den bisherigen Treuhänder mit eidg. Fachausweis.
Bei eidgenössischen Prüfungen besteht die englische Übersetzung laut SBFI künftig aus der englischen Berufsbezeichnung, gefolgt vom Titelzusatz. Die Übersetzungen werden bis Frühling 2027 in den Prüfungsordnungen verankert. Neue Fachausweise werden nicht ausgestellt. Das SBFI bietet ein kostenloses Begleitdokument an.
Weitere Wege
Je nach Ziel passen auch andere Weiterbildungen, etwa eine höhere Fachprüfung im Rechnungswesen oder ein Studium an einer Fachhochschule. Für eine Tätigkeit als zugelassene Revisorin oder zugelassener Revisor gelten zusätzlich die Regeln des Revisionsaufsichtsgesetzes. Kläre die Voraussetzungen direkt bei der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde.
Zum Lohn mit Fachausweis: Treuhänder Lohn. Zur aktuellen Prüfung: Hauptratgeber, zur Zulassung Voraussetzungen.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Welche Weiterbildung kommt nach dem Treuhand-Fachausweis?
Am direktesten die höhere Fachprüfung zur diplomierten Treuhandexpertin oder zum diplomierten Treuhandexperten.
Wie heisst der Fachausweis auf Englisch?
Laut Prüfungsordnung 2027: Specialist in fiduciary and consulting, Federal Diploma of Higher Education.
Darf ich Professional Bachelor verwenden?
Ja, seit dem 1. Oktober 2026, unabhängig vom Abschlussjahr, zusammen mit dem geschützten Titel.
Wie viel Praxis brauche ich für den Treuhandexperten?
Mindestens drei Jahre qualifizierte Fachpraxis nach dem Erwerb des Fachausweises oder eines gleichwertigen Abschlusses, dazu die Modulabschlüsse.
Wann ist die Anmeldung zum Treuhandexperten 2027?
Laut treuhandbranche.ch vom 11. Januar bis 7. Februar 2027.
Quellen und weiterführende Links
- Treuhandbranche.ch, Höhere Fachprüfung Treuhandexperten: Titel, Zulassung, Termine
- Treuhandbranche.ch, Prüfungsordnung Treuhandexperten
- Treuhandbranche.ch, Abschluss und Titel Treuhand und Beratung
- SBFI, FAQ Massnahmenpaket höhere Berufsbildung (Titelzusatz)
- SBFI, FAQ Bundesbeiträge für Absolventinnen und Absolventen
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