Finanzplaner · Titel · Stand
Seit dem 1. Oktober 2026 dürfen Finanzplanerinnen und Finanzplaner mit eidg. Fachausweis den Zusatz «Professional Bachelor» führen. Er ist kein Hochschul-Bachelor, sondern ein Titelzusatz für die höhere Berufsbildung. Hier liest du, wie du ihn korrekt schreibst und welche Titel in den anderen Sprachen gelten.
Was sich am 1. Oktober 2026 geändert hat
Mit dem Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung hat das Parlament das Berufsbildungsgesetz angepasst. Laut SBFI gilt seit dem 1. Oktober 2026: Abschlüsse von Berufsprüfungen mit eidg. Fachausweis und von höheren Fachschulen erhalten den Zusatz «Professional Bachelor», höhere Fachprüfungen mit eidg. Diplom den Zusatz «Professional Master».
So schreibst du den Titel
Der Zusatz steht nach dem geschützten Titel, getrennt durch ein Komma. Für den Finanzplaner lautet das also:
- Finanzplanerin mit eidgenössischem Fachausweis, Professional Bachelor
- Finanzplaner mit eidgenössischem Fachausweis, Professional Bachelor
Der Zusatz darf laut SBFI nicht allein, ohne den geschützten Titel, verwendet werden. Du musst ihn auch nicht verwenden, er ist freiwillig.
Gilt das auch für frühere Abschlüsse?
Ja. Laut SBFI dürfen alle Inhaberinnen und Inhaber eines Abschlusses der höheren Berufsbildung den Zusatz führen, unabhängig vom Abschlussjahr. Neue Fachausweise stellt das SBFI nicht aus. Es bietet ein kostenloses Begleitdokument an, das du zum bestehenden Fachausweis legen kannst. Für Abschlüsse, die im Nationalen Qualifikationsrahmen eingestuft sind, kann ein neuer Diplomzusatz für CHF 80 bestellt werden.
Was der Zusatz nicht ist
Der Zusatz macht vor allem sichtbar, auf welcher Stufe der Fachausweis steht. Im Ausland ist «Fachausweis» kaum bekannt, «Professional Bachelor» ordnet den Abschluss für Arbeitgeber schneller ein. Achte trotzdem darauf, ihn nicht als akademischen Grad darzustellen.
- Kein akademischer Grad: Der Fachausweis bleibt ein Abschluss der höheren Berufsbildung.
- Keine Zulassung zur Hochschule: Laut SBFI ändert der Zusatz nichts an der Zulassung zu Hochschulen oder anderen Weiterbildungen.
- Kein neuer Inhalt: Prüfung, Zulassung und Anforderungen bleiben gleich.
- Kein Ersatz für einen Hochschulabschluss bei Stellen, die ausdrücklich einen Bachelor einer Fachhochschule oder Universität verlangen. Lies Stelleninserate deshalb genau.
Die offiziellen Titel in den Landessprachen
| Sprache | Titel |
|---|---|
| Deutsch | Finanzplanerin / Finanzplaner mit eidgenössischem Fachausweis |
| Französisch | Conseillère / Conseiller financier avec brevet fédéral |
| Italienisch | Consulente finanziaria / Consulente finanziario con attestato professionale federale |
| Englisch (empfohlene Übersetzung) | Swiss-certified Financial Planner with Federal Diploma of Professional Education and Training |
Auf Französisch heisst der Abschluss also «Conseiller financier avec brevet fédéral», nicht «planificateur financier». Das ist wichtig für Bewerbungen in der Romandie.
Professional Bachelor und Professional Master
Der Zusatz hängt von der Stufe ab, nicht vom Fachgebiet. Laut SBFI erhalten Berufsprüfungen mit eidg. Fachausweis und Bildungsgänge an höheren Fachschulen den Zusatz «Professional Bachelor». Höhere Fachprüfungen mit eidg. Diplom erhalten «Professional Master».
Für deine Laufbahn heisst das: Mit dem Fachausweis als Finanzplaner führst du «Professional Bachelor». Legst du später eine höhere Fachprüfung ab, etwa Finanz- und Anlageexperte/-expertin oder KMU-Finanzexperte/in mit eidg. Diplom, kommt der Zusatz «Professional Master» dazu. Beide bleiben Abschlüsse der höheren Berufsbildung und keine Hochschulgrade.
Einordnung im NQR
Laut IAF ist der Abschluss Finanzplaner/in mit eidg. Fachausweis im Nationalen Qualifikationsrahmen Berufsbildung auf Niveau 5 eingestuft. Der NQR macht Schweizer Berufsabschlüsse mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen vergleichbar und hilft bei Bewerbungen im Ausland. Für eingestufte Abschlüsse gibt es einen Diplomzusatz, der Niveau, Kompetenzen und die englische Titelübersetzung erklärt. Er ist besonders nützlich, wenn eine Arbeitgeberin im Ausland das Schweizer Bildungssystem nicht kennt.
Im Lebenslauf richtig verwenden
Wie du zum Titel kommst: Voraussetzungen, Ausbildung und Dauer. Was er auf dem Arbeitsmarkt bringt: Lohn und Karriere. Überblick: Hauptratgeber Finanzplaner.
- Deutsch: «Finanzplaner mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor» mit Jahr und IAF als Prüfungsträgerschaft.
- Englisch: die empfohlene Übersetzung, gefolgt von «Professional Bachelor».
- Für internationale Bewerbungen das Begleitdokument oder den Diplomzusatz beilegen.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Ist der Finanzplaner mit Fachausweis ein Bachelor?
Nein, kein Hochschul-Bachelor. Seit 1. Oktober 2026 darfst du aber den Titelzusatz «Professional Bachelor» führen.
Wie schreibe ich den Titel mit Zusatz?
«Finanzplaner/in mit eidgenössischem Fachausweis, Professional Bachelor», mit Komma nach dem geschützten Titel.
Gilt der Zusatz auch für ältere Fachausweise?
Ja, unabhängig vom Abschlussjahr. Das SBFI stellt dafür ein kostenloses Begleitdokument aus.
Wie heisst der Titel auf Englisch?
Empfohlen ist «Swiss-certified Financial Planner with Federal Diploma of Professional Education and Training».
Wie heisst der Titel auf Französisch?
«Conseillère / Conseiller financier avec brevet fédéral».
Auf welchem NQR-Niveau ist der Finanzplaner eingestuft?
Laut IAF auf Niveau 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens Berufsbildung.
Quellen und weiterführende Links
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