Sicherheit und Bewachung · Prüfung · Stand
Der eidgenössische Fachausweis für Sicherheit und Bewachung ist der anerkannte Abschluss für Fachpersonen im Sicherheitsdienst. Die Prüfung des Verbandes VSSU deckt Branchenkunde, Recht, Sozialkompetenz und Fachkunde ab und enthält zusätzlich einen Praxisteil. Du findest hier Aufbau, bestätigte Termine und Kosten sowie einen Lernplan für Berufstätige.
Was der Fachausweis ist und wer ihn braucht
Der Fachausweis ist ein eidgenössisch anerkannter Abschluss der höheren Berufsbildung (Berufsprüfung). Der geschützte Titel lautet nach der Prüfungsordnung von 2017 «Sicherheitsfachfrau / Sicherheitsfachmann Bewachung mit eidgenössischem Fachausweis». Der frühere Titel Fachmann/Fachfrau für Sicherheit und Bewachung bleibt geschützt. Die Prüfungen werden vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) beaufsichtigt. Der Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen (VSSU) führt die Prüfung durch.
Der Abschluss richtet sich an Personen, die in der Bewachung arbeiten: Objektschutz, Patrouillen, Zutrittskontrolle, Alarmverfolgung, Veranstaltungen. Er zeigt, dass du rechtlich sicher handelst, mit Menschen umgehst und Einsätze fachgerecht durchführst. Wer Verantwortung für Einsätze oder Teams übernehmen will, nutzt ihn als nächsten Karriereschritt.
Ob für dich die Berufsprüfung oder eine höhere Fachprüfung der richtige Weg ist, zeigt Berufsprüfung oder höhere Fachprüfung.
Zulassung
Laut VSSU gilt: Die Anmeldung und alle nötigen Dokumente sind Sache jedes Kandidaten. Die Arbeitgeberin stellt die nötigen Bestätigungen aus, und du bestellst deinen Strafregisterauszug selbst beim Bundesamt für Justiz. Zu spät oder unvollständig eingereichte Anmeldungen werden nicht berücksichtigt.
Nach der Prüfungsordnung (Ziff. 3.31) wird zugelassen, wer bis zum Ende der Anmeldefrist nachweist: mit EFZ oder gleichwertigem Ausweis zwei Praxisjahre und 3'200 Arbeitsstunden in der Sicherheitsdienstleistungsbranche der Fachrichtung, mit eidgenössischem Berufsattest vier Praxisjahre und 6'400 Stunden, ohne Abschluss der Sekundarstufe II sechs Praxisjahre (davon mindestens vier Jahre und 6'400 Stunden in der Fachrichtung). Dazu kommt ein Strafregisterauszug ohne Eintrag, der am Ende der Anmeldefrist nicht älter als drei Monate ist.
Prüfungsaufbau
Die Prüfung besteht aus drei Grundlagenfächern, einem Fachteil und einer praktischen Prüfung. In den Grundlagenfächern und im Fachteil gibt es einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Die schriftlichen Prüfungen werden am Computer abgelegt.
| Teil | Schriftlich | Mündlich |
|---|---|---|
| Branchenkunde | 60 Minuten | 30 Minuten |
| Recht | 45 Minuten (Gesetzestexte erlaubt) | 30 Minuten |
| Sozialkompetenz | 45 Minuten | 30 Minuten |
| Fachkunde Bewachung | 60 Minuten | 30 Minuten |
| Praxis Bewachung | praktisch, 120 Minuten, Gewicht 3 |
Jedes der vier Fächer zählt einfach, der Praxisteil dreifach. Insgesamt dauert die Prüfung 450 Minuten. Nicht bestätigt sind die Zahl der Fragen und die Fragetypen am Computer.
Noten und Bestehen
Die Noten reichen in der Schweiz von 1 bis 6, die Note 4 ist genügend. Nach der Prüfungsordnung (Ziff. 6.41) bestehst du, wenn die Gesamtnote mindestens 4,0 beträgt, beide Teile der Fachrichtung (Fachkunde und Praxis) mindestens 4,0 erreichen und in den Grundfächern Branchenkunde, Recht und Sozialkompetenz höchstens eine Note unter 4,0 und keine unter 3,0 liegt. Grundlagen zur Notenberechnung findest du im Beitrag Das Schweizer Notensystem bei Prüfungen.
Termine und Gebühr
Die Prüfungsgebühr beträgt laut VSSU CHF 2'490. Du zahlst sie selbst und musst die Zahlung nachweisen. Die Prüfungsdauer nennt VSSU mit einem Tag.
Die Daten für 2027 stehen auf der Seite der VSSU. Für den deutschsprachigen Teil gilt: Frühling 2027 im April (die Anmeldefrist ist abgelaufen), Herbst 2027 vom 31. August bis 8. September, Anmeldung vom 1. Dezember 2026 bis 28. Februar 2027. Die Seite weist selbst auf Unstimmigkeiten bei den Frühlingsdaten hin. Bestätige die Termine deshalb vor der Planung bei der VSSU.
Der Prüfungstermin und die Anmeldefrist sind verschiedene Zeiträume. Melde dich innerhalb der Anmeldefrist an, nicht erst kurz vor der Prüfung.
Bundesbeiträge
Wer die Prüfung absolviert, erhält vom Bund 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurück, bei einer Berufsprüfung höchstens CHF 9'500. Die Rückerstattung erfolgt nach dem Prüfungsbesuch, unabhängig vom Ergebnis. Alles dazu steht im Beitrag Bundesbeiträge für den Vorbereitungskurs. Aktuelle Zahlen findest du auf sbfi.admin.ch.
Die Themen der Prüfung
Der Kurs gliedert den Stoff in sechs Bereiche. In Klammern steht die Zahl der Übungsfragen.
- Branchenkunde (120)
- Recht (220)
- Sozialkompetenz (140)
- Fachkunde Bewachung (250)
- Verhalten in ausserordentlichen Situationen (110)
- Praxis-Theorie (60)
Vertiefungen: Notwehr und Notstand und Vorläufige Festnahme und Hausrecht.
Lernplan für Berufstätige
Rechne mit 8 bis 10 Wochen bei 6 bis 8 Stunden pro Woche. Das Recht braucht am meisten Zeit.
- Woche 1 und 2: Branchenkunde, Bewilligungen, Aufgaben und Rollen.
- Woche 3 bis 5: Recht (Notwehr, Notstand, Festnahme, Hausrecht, Datenschutz, Arbeitsrecht).
- Woche 6: Sozialkompetenz, Kommunikation, Deeskalation.
- Woche 7 und 8: Fachkunde (Objektschutz, Alarmanlagen, Brandschutz, Erste Hilfe, Kontrollen).
- Woche 9: ausserordentliche Situationen, Meldeketten.
- Letzte Woche: Szenarien und mündliche Teile üben, Fehlerliste wiederholen.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Selbsttest
Beantworte die Fragen im Kopf und öffne dann die Lösung.
Aufgabe 1
Wie lautet die richtige Lagerung bei einem Verdacht auf Schock (blasse, kalte Haut, schneller Puls) nach einer Verletzung?
- Aufrecht hinsetzen und viel trinken lassen, damit der Kreislauf wieder in Gang kommt und die Person rasch wieder zu Kräften kommt
- Gehen lassen, damit sich der Kreislauf stabilisiert, und den Zustand beobachten
- Flach lagern, Beine leicht hochlagern, vor Wärmeverlust schützen und beruhigend betreuen
- Auf den Bauch legen, den Kopf tief halten und die Person kalt abdecken
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Richtig: C. Schockzeichen verlangen flache Lagerung, Wärmeschutz und Alarmierung.
Aufgabe 2
Wann meldet eine Einbruchmeldeanlage typischerweise eine Sabotage?
- Wenn ein Gehäuse geöffnet, eine Leitung durchtrennt oder die Stromversorgung der Anlage manipuliert wird
- Wenn eine Person bei scharf geschalteter Anlage durch den überwachten Raum geht und dabei Wärme abgibt
- Wenn die Anlage beim Scharfschalten einen Fehler in der Bedienung durch eine Person anzeigt
- Wenn das Fenster durch Windstoss oder Zugluft leicht bewegt wird und der Magnetkontakt anspricht
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Richtig: A. Sabotagemeldungen entstehen durch Manipulation an der Anlage selbst, zum Beispiel Deckelkontakt, Leitungsunterbruch oder Energieausfall.
Aufgabe 3
Der Mitarbeiter Sicherheit Herr Dubois meldet über Funk einen Vorfall im Parkhaus an die Einsatzleitung. Welche Meldung entspricht einer klaren Funkdisziplin?
- «Hallo zusammen, im Parkhaus ist wieder irgendetwas los, ich glaube, da liegt jemand, schickt mal jemand vorbei.»