Zertifikatsprüfung HR-Assistent/in HRSE: Prüfung, Zulassung, Kosten

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HR-Assistent · Prüfung · Stand

Die Zertifikatsprüfung HR-Assistent/in ist der Einstieg in die Personalarbeit in der Schweiz und die Voraussetzung für die spätere Berufsprüfung HR-Fachleute. Sie dauert drei Stunden und wird online abgelegt. Dieser Ratgeber zeigt dir Zulassung, Aufbau, Bewertung, Termine 2027 und einen Lernplan für Berufstätige.

Was ist die Zertifikatsprüfung?

Die Prüfung wird von HRSE Human Resources Swiss Exams in Zürich durchgeführt. Hinter HRSE steht eine Trägerschaft aus Verbänden der Arbeitswelt, darunter HR Swiss, der Kaufmännische Verband Schweiz, der Schweizerische Arbeitgeberverband, swissstaffing und der Verband Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden. Wer besteht, erhält das Zertifikat HR-Assistent/in HRSE.

Es ist keine eidgenössische Prüfung. Das hat zwei Folgen: Das Zertifikat führt nicht zu einem eidgenössischen Titel, und Bundesbeiträge an Vorbereitungskurse gibt es nur für eidgenössische Prüfungen. Dafür ist der Einstieg offen und flexibel. Das Zertifikat ist aber die Eintrittskarte für die eidgenössische Berufsprüfung HR-Fachleute.

Wissen direkt prüfen23 kostenlose Fragen mit Lösungen und Erklärungen, direkt lesbar und ohne Anmeldung.
Fragen mit Lösungen

Zulassung

Nach den Angaben von HRSE brauchst du mindestens 24 Monate allgemeine Berufserfahrung oder Praktikum. Teilzeitarbeit unter 100 Prozent wird anteilig angerechnet. Ein Nachweis erfolgt über Arbeitgeberreferenzen oder Arbeitszeugnisse. Auch Ausbildungsarbeit, Ferienjobs während der Schulzeit sowie Militär- oder Zivildienst von mindestens einem Jahr können angerechnet werden.

Ein Abschluss wie EFZ oder Matura wird auf der Seite von HRSE nicht als Bedingung genannt. Einige Kursanbieter schreiben für ihre Kurse etwas anderes vor. Das sind Bedingungen des Anbieters und nicht der Prüfung. Bei Zweifeln bietet HRSE eine Vorabklärung an.

Aufbau und Dauer

Die Prüfung ist ein einziger Block von drei Stunden und findet am Computer statt, auf der Plattform e-tutor. Es gibt keine getrennten Fächer, sondern eine Prüfung mit gemischten Aufgaben. Offene Fragen werden von zwei Expertinnen oder Experten korrigiert, die übrigen Fragen werden elektronisch ausgewertet.

Du kannst die Prüfung an einem Standort (zum Beispiel Bern, Zürich, Genf oder Lugano), von zu Hause (HRSE@home) oder in Partnerschulen ablegen. Die Plätze sind begrenzt.

Prüfungsbereiche und Gewichtung
PrüfungsbereichGewichtFragen im Trainer
Grundlagen Human Resources Management10 %85
Personaladministration30 %230
Lohnadministration und Sozialversicherungen35 %405
Arbeitsrechtliche Grundlagen25 %200

Bewertung

Die Bereiche werden nicht einzeln bewertet. Es gibt eine Gesamtnote von 1 bis 6 in halben Schritten. Bestanden hast du mit einer Gesamtnote von mindestens 4.0. Du kannst die Prüfung beliebig oft wiederholen. Das Notensystem erklärt der Ratgeber Schweizer Notensystem.

Weil keine Mindestnote pro Bereich gilt, darfst du eine Schwäche durch eine Stärke ausgleichen. Das heisst aber nicht, dass du Bereiche überspringen sollst: Lohnadministration und Sozialversicherungen machen allein 35 Prozent der Punkte aus.

Termine 2027, Anmeldung und Kosten

  • Frühjahrsprüfung: 8. und 9. März 2027, Resultate am 31. März 2027
  • Herbstprüfung: 6. und 7. September 2027, Resultate am 29. September 2027
  • Anmeldung Frühjahr 2027: 15. November bis 15. Dezember 2026
  • Anmeldung Herbst 2027: noch nicht bekannt gegeben (Stand 8. November 2026)
  • Prüfungsgebühr: CHF 540, inklusive einer Simulationsprüfung
  • Vorabklärung der Zulassung: CHF 50 (nicht mehr möglich, sobald die Anmeldung läuft)

Die Simulationsprüfung steht dir nach Anmeldung und Zahlung zur Verfügung. Es lohnt sich, sie unter Prüfungsbedingungen zu lösen.

Themen und Hilfsmittel

Der Trainer enthält 950 Übungsfragen zu neun Themengebieten, von HR-Kennzahlen über Rekrutierung bis zu Lohnabrechnung, Sozialversicherungen, Arbeitsvertrag und Beendigung. Die Prüfung ist teilweise offenes Buch: Erlaubt sind ein eigener Taschenrechner, gebundene Gesetzestexte bis Format A5 ohne gedruckte Kommentare und ein A4-Ordner von höchstens 8 Zentimetern mit eigenen Notizen. Mehr dazu im Ratgeber Ablauf, Hilfsmittel und Bewertung.

  • Grundlagen HRM und Kennzahlen (85 Fragen)
  • Rekrutierung, Eintritt und Personalentwicklung (115)
  • Austritt, Arbeitszeit, Personaldossiers und Bewilligungen (115)
  • Lohnarten und Lohnabrechnung (155)
  • Sozialversicherungen: AHV, IV, EO, EL, FamZG (125)
  • ALV, UVG, BVG, Quellensteuer und Abrechnungen (125)
  • Arbeitsvertrag und Pflichten (100)
  • Arbeits- und Ruhezeiten, Beendigung, Arbeitszeugnis, Handelsregister (100)
  • Integrierte Fallstudien (30)

Lernplan für Berufstätige

Ein Zeitraum von acht bis zehn Wochen mit vier bis sechs Stunden pro Woche ist für viele realistisch, wenn du schon im Personalwesen arbeitest. Beginne mit den Bereichen mit dem höchsten Gewicht: Lohn und Sozialversicherungen. Danach folgen Personaladministration und Arbeitsrecht, zum Schluss die HR-Grundlagen. Wiederhole in der letzten Woche mit einer Simulationsprüfung. Einen Plan findest du im Ratgeber Lernplan und typische Fehler.

Nach dem Zertifikat

Mit dem Zertifikat, einem Abschluss wie EFZ oder Matura und vier Jahren Berufspraxis nach diesem Abschluss, davon je nach Fachrichtung mindestens zwei Jahre in HR oder im AVIG-Vollzug, kannst du dich für die Berufsprüfung HR-Fachleute anmelden. Dort wird das Wissen vertieft und um Beratung, Fallbearbeitung und mündliche Prüfungen erweitert. Die Übersicht findest du im Ratgeber HR-Fachleute: Prüfung, Zulassung, Kosten. Weitere Ratgeber: Lohnabrechnung und Abzüge und Ferienzuschlag und Stundenlohn.

Für wen sich das Zertifikat lohnt

Das Zertifikat passt für Quereinsteigende, die in die Personalarbeit wechseln wollen, für kaufmännische Mitarbeitende mit HR-Aufgaben und für Personen, die Lohn und Administration professionell abwickeln. Es zeigt Arbeitgebern, dass du die Grundlagen von Arbeitsrecht, Sozialversicherungen und Lohnadministration kennst.

Wer später die Berufsprüfung HR-Fachleute ablegen will, braucht das Zertifikat ohnehin. Es lohnt sich also, früh anzufangen und die Prüfung als erste Etappe zu planen.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

Selbsttest

Beantworte die Fragen im Kopf und öffne dann die Lösung.

Aufgabe 1

Welche der folgenden Reihenfolgen entspricht dem klassischen HR-Prozesszyklus von der Personalplanung bis zur Trennung?

  1. Personalplanung - Rekrutierung - Selektion - Personalentwicklung - Entlohnung - Trennung
  2. Rekrutierung - Personalplanung - Entlohnung - Selektion - Trennung - Personalentwicklung
  3. Selektion - Rekrutierung - Personalplanung - Trennung - Entlohnung - Personalentwicklung
  4. Personalentwicklung - Selektion - Rekrutierung - Personalplanung - Entlohnung - Trennung
Lösung anzeigen

Richtig: A. Die Personalplanung steht am Anfang, weil sie den Bedarf ermittelt.

Aufgabe 2

Welche Aussage zum 13. Monatslohn trifft zu?

  1. Er ist eine freiwillige, jederzeit widerrufbare Zahlung wie die Gratifikation.
  2. Er wird bei unterjährigem Austritt grundsätzlich gar nicht ausgerichtet.
  3. Er ist bei vertraglicher Zusicherung ein fester Lohnbestandteil und bei Austritt während des Jahres anteilig zu bezahlen.
  4. Er darf nur an Mitarbeitende mit mehr als zehn Dienstjahren ausgerichtet werden.
Lösung anzeigen

Richtig: C. Ein vertraglich zugesicherter 13. Monatslohn gehört zum festen Lohn und wird bei Austritt anteilig (Monate geteilt durch 12) bezahlt.

Aufgabe 3

Für Büropersonal sowie technische und andere Angestellte des Detailhandels gilt nach dem Arbeitsgesetz eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von:

  1. 45 Stunden
  2. 40 Stunden
  3. 48 Stunden
  4. 50 Stunden
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Richtig: A. Art. 9 ArG: 45 Stunden für Büropersonal, industrielle Betriebe und technische oder andere Angestellte des Detailhandels, 50 Stunden für alle übrigen.

Beispielfragen aus dem Gratis-Test

Wähle eine Antwort im Kopf und öffne dann die Lösung.

Frage 1

Welche Aussage zum Nutzen eines Gantt-Diagramms im Projektmanagement trifft zu?

  1. Es berechnet automatisch die Löhne aller Projektmitarbeitenden.
  2. Es visualisiert Start- und Endzeitpunkte der Teilaufgaben und erleichtert damit die zeitliche Steuerung des Projekts.
  3. Es ersetzt die Notwendigkeit, Verantwortlichkeiten für Teilaufgaben festzulegen.
  4. Es dient ausschliesslich der externen Kommunikation mit Kundinnen und Kunden.
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: B. Ein Gantt-Diagramm zeigt übersichtlich, wann welche Teilaufgabe beginnt und endet, und unterstützt damit die zeitliche Steuerung und Überwachung eines Projekts.

Frage 2

Welche Aussage zur Eröffnung des Personaldossiers beim Eintritt einer neuen Person trifft zu?

  1. Ein Personaldossier wird erst beim Austritt der Person erstmals eröffnet
  2. Das Personaldossier wird bereits beim Eintritt eröffnet und mit dem unterschriebenen Vertrag sowie den nötigen Kopien und Formularen angelegt
  3. Ein Personaldossier darf ausschliesslich in Papierform geführt werden
  4. Ein Personaldossier enthält ausschliesslich die Bewerbungsunterlagen der abgelehnten Mitbewerbenden
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Richtig: B. Das Personaldossier wird mit dem Eintritt angelegt und enthält von Beginn weg etwa den unterschriebenen Vertrag und notwendige Kopien beziehungsweise Formulare; es kann elektronisch oder in Papierform geführt werden und betrifft ausschliesslich die angestellte Person selbst, nicht Mitbewerbende.

Frage 3

Bis zu welcher Anzahl Arbeitstage pro Kalenderjahr kann eine kurzfristige Dienstleistungserbringung von EU/EFTA-Staatsangehörigen in der Schweiz über das Online-Meldeverfahren statt über ein ordentliches Bewilligungsverfahren abgewickelt werden?

  1. 30 Tage
  2. 60 Tage
  3. 90 Tage
  4. 180 Tage
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: C. Für kurzfristige, meldepflichtige Erwerbstätigkeit von EU/EFTA-Staatsangehörigen gilt das Online-Meldeverfahren bis zu 90 Arbeitstagen pro Kalenderjahr.

Frage 4

Welche Lohnart liegt vor, wenn eine Mitarbeiterin pro gefertigtem Werkstück einen fixen Betrag erhält, unabhängig von der dafür benötigten Zeit?

  1. Monatslohn
  2. Akkordlohn
  3. Provisionslohn
  4. Gratifikation
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: B. Akkordlohn richtet sich direkt nach der erbrachten Stückzahl oder Leistungsmenge, unabhängig von der dafür aufgewendeten Zeit (OR Art. 326).

Frage 5

Wie wird der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Personen grundsätzlich ermittelt?

  1. Allein durch eine psychiatrische Diagnose
  2. Durch Vergleich des Lohns vor und nach der Pensionierung
  3. Durch die Anzahl Krankheitstage im letzten Jahr
  4. Durch den Einkommensvergleich zwischen dem Validen- und dem Invalideneinkommen
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Richtig: D. Der Invaliditätsgrad bei Erwerbstätigen ergibt sich aus dem Einkommensvergleich: Valideneinkommen (ohne Gesundheitsschaden erzielbar) gegenüber Invalideneinkommen (trotz Gesundheitsschaden noch zumutbar erzielbar).

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Häufige Fragen

Brauche ich eine Lehre für die Zulassung?

Nach den Angaben von HRSE zählen 24 Monate Berufserfahrung oder Praktikum. Ein EFZ wird dort nicht als Bedingung genannt. Kursanbieter können eigene Bedingungen haben.

Wie lange dauert die Prüfung?

Drei Stunden, online auf der Plattform e-tutor.

Was kostet die Prüfung?

CHF 540 inklusive einer Simulationsprüfung (Prüfungsjahr 2027).

Kann ich die Prüfung wiederholen?

Ja, ohne Begrenzung der Anzahl Versuche.

Gibt es Bundesbeiträge?

Nein, weil es keine eidgenössische Prüfung ist. Bundesbeiträge betreffen nur Kurse zu eidgenössischen Prüfungen.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitHR-Assistent Prüfung: Ablauf, Hilfsmittel und Bewertung

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