Gastro-Betriebsleiter · Lohn · Stand
Der Lohn als Gastro-Betriebsleiter mit eidg. Fachausweis beginnt nach dem L-GAV bei mindestens CHF 5'293 brutto pro Monat (2026) und CHF 5'325 ab 2027. Das ist die Untergrenze der Lohnstufe IV für Mitarbeitende mit Berufsprüfung. Was du tatsächlich verdienst, hängt von Betrieb, Funktion und Verhandlung ab.
Der L-GAV setzt die Untergrenze
Im Schweizer Gastgewerbe gilt der Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV). Er legt in Art. 10 Mindestlöhne pro Monat für Vollzeitmitarbeitende ab 18 Jahren fest. Die Höhe hängt von der Ausbildung ab, nicht von der Funktion.
Die Berufsprüfung Gastro-Betriebsleiter/in ist eine Berufsprüfung nach Art. 27 lit. a des Berufsbildungsgesetzes. Damit fällst du in die Lohnstufe IV, die höchste Stufe des L-GAV.
Mindestlöhne 2026 und 2027
| Stufe | Ausbildung | 2026 | 2027 |
|---|---|---|---|
| I a | ohne Berufslehre | CHF 3'713 | CHF 3'735 |
| II | Berufsattest EBA | CHF 4'070 | CHF 4'094 |
| III a | Fähigkeitszeugnis EFZ | CHF 4'528 | CHF 4'555 |
| III b | EFZ und 6 Tage Weiterbildung | CHF 4'635 | CHF 4'663 |
| IV | Berufsprüfung (z. B. G2) | CHF 5'293 | CHF 5'325 |
Die Werte 2027 gelten ab 1. Januar beziehungsweise ab der Sommersaison. In Saisonbetrieben dürfen bei Wintersaison-Verträgen, die bis 31. Dezember beginnen, die bisherigen Löhne bis zur Sommersaison gelten.
Was der Fachausweis gegenüber dem EFZ bringt
Vergleichst du die Mindestlöhne, liegt Stufe IV 2026 um CHF 765 pro Monat über Stufe III a. Zum Monatslohn kommt nach Art. 12 L-GAV ein 13. Monatslohn von 100 % eines Bruttomonatslohns. Bei Austritt in der Probezeit entfällt der anteilsmässige Anspruch.
Wichtig: Das sind Mindestwerte. Ein Betriebsleiterlohn liegt in der Praxis oft darüber, weil Verantwortung für Personal, Umsatz und Budget dazukommt. Verlässliche, neutrale Durchschnittswerte speziell für Gastro-Betriebsleiter haben wir nicht gefunden. Wir nennen deshalb keine Durchschnittszahl.
Faktoren, die deinen Lohn bestimmen
- Funktion: Leitest du einen ganzen Betrieb oder einen Bereich wie Küche oder Service?
- Grösse und Umsatz des Betriebs und die Zahl der Mitarbeitenden, die du führst
- Region: In Städten und Tourismusorten sind Löhne und Lebenskosten oft höher
- Saison- oder Jahresbetrieb
- Erfahrung und Zusatzqualifikationen, etwa Berufsbildner oder das Wahlmodul passend zum Betrieb
- Erfolgsbeteiligung oder Bonus, falls vereinbart
Lohnverhandlung nach der Prüfung
Mit dem bestandenen Fachausweis hast du ein starkes Argument: Der L-GAV verlangt ab dann mindestens Stufe IV. Lege in der Verhandlung dar, welche Aufgaben du übernimmst, zum Beispiel Personalplanung, Kalkulation und Budget. Zahlen aus deinem Betrieb, wie Deckungsbeiträge oder gesenkte Warenkosten, überzeugen mehr als allgemeine Argumente. Rechnen übst du mit Deckungsbeitrag und Break-even.
Kläre auch, ab wann der höhere Lohn gilt. Bei Weiterbildungen wie G2 übernimmt der L-GAV ausserdem einen grossen Teil der Kosten, wenn du in einem unterstellten Betrieb arbeitest. Mehr dazu im Ratgeber G2 Kosten und Finanzierung.
Weiter nach oben: G3
Wer später einen eigenen Betrieb führen oder mehrere Betriebe leiten will, kann nach G2 das G3 Gastro-Unternehmerseminar mit eidgenössischem Diplom machen. Wie die drei Stufen zusammenhängen, steht im Ratgeber G1, G2 und G3 im Vergleich. Den Weg zum Fachausweis erklärt der Hauptratgeber G2.
Lohn während der Ausbildung
Arbeitest du in einem Betrieb, der dem L-GAV untersteht, gelten die besuchten G2-Seminar- und Prüfungstage laut Merkblatt 2026 von GastroSuisse als geleistete Arbeitstage. Dein Arbeitgeber erhält dafür von der L-GAV-Kontrollstelle in Basel eine Arbeitsausfallentschädigung von CHF 140 pro Tag. Du verlierst also während der Kurstage keinen Lohn.
Zusätzlich erhältst du eine Pauschale von CHF 2'640 an die Seminarkosten, und der L-GAV übernimmt die Prüfungsgebühr der Berufsprüfung. Die Beiträge sind kontingentiert. Sprich deshalb früh mit deinem Arbeitgeber und reiche die Gesuche rasch ein. So wird die Weiterbildung finanziell gut tragbar, auch wenn sich der höhere Lohn erst nach der Prüfung auswirkt.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Was verdient ein Gastro-Betriebsleiter mit eidg. Fachausweis mindestens?
Nach L-GAV Art. 10 mindestens CHF 5'293 brutto pro Monat (2026) und CHF 5'325 (2027) bei Vollzeit, plus 13. Monatslohn.
Gilt der L-GAV für jeden Betrieb?
Er gilt für Betriebe, die ihm unterstellt sind, also grundsätzlich Betriebe, die Speisen und Getränke zum Konsum vor Ort abgeben. Ob dein Betrieb unterstellt ist, klärst du beim Arbeitgeber oder auf l-gav.ch.
Wie hoch ist der durchschnittliche Lohn eines Betriebsleiters?
Eine neutrale, aktuelle Durchschnittszahl speziell für Gastro-Betriebsleiter haben wir nicht gefunden. Der L-GAV gibt die verbindliche Untergrenze vor.
Gibt es einen 13. Monatslohn?
Ja. Nach Art. 12 L-GAV hast du Anspruch auf 100 % eines Bruttomonatslohns, bei unvollständigem Jahr anteilsmässig.
Quellen und weiterführende Links
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